Die 152mm Haubitze auf Selbstfahrlafette 2S3
AKAZIA

 

Die 2S3 hielt bei den sowjetischen Streitkräften in den frühen 1970er Jahren Einzug. Die korrekte russische Bezeichnung lautet SU-152  (samochodnaja ustanovka-152), die umgangssprachliche Bezeichnung war jedoch „Akazia“.

Das Basisfahrzeug ist eine weiterentwickelte Version des SA-4 Ganef SAM, jedoch mit 6 anstatt 7 Laufrollen. Die Abstände zwischen den 3 vorderen Laufrollen sind gleich. Die Abstände der beiden hinteren Laufrollen unterscheiden sich von den vorderen.

 

Die 2S3 besteht aus vollverschweißtem Stahl und kann in 3 Abschnitte unterteilt werden:

den Fahrerraum auf der linken Vorderseite, den Motorraum rechts neben dem Fahrer und den Turm mit Kampfraum im hinteren Teil des Fahrzeuges.

Auf dem vorderen Teil der Abdeckung befindet sich ein Wellenabweiser. Dieser soll ein soll ein Überfluten des Motorabdeckung beim forcieren von Wasserhindernissen verhindern. Am unteren Teil des Bugs ist ein Schiebeschild verankert. Dieser wird bei der Unterstützung des Stellungsausbaus herabgeklappt. Die Luftein- und – austrittsöffnungen sind an der Oberseite des Rumpfes angeordnet. Der Auspuff befindet sich auf der rechten Fahrzeugseite oberhalb der Kettenabdeckung. Der große vollverschweißte Turm hat eine geneigte Vorderseite und stark abgeschrägte Seitenwände mit Sichtöffnungen (Winkelspiegel).

Der Fahrer sitzt vorn links neben dem Motorblock. Der Fahrerraum ist vom Fahrzeug vollständig abgeschlossen. Verbindung besteht ausschließlich über die Bordsprechanlage.

Der Kommandant (Geschützführer - GeF) hat seinen Platz im Turm links. Unmittelbar vor ihm ist der Platz des Richtkanoniers (K1). Dessen Platz liegt tiefer als der des GeF. Der Platz des Ladekanoniers (K2) befindet sich rechts im Turm. Der GeF hat eine Kanzel mit nach hinten öffnender Einstiegsluke. Die Kanzel ist um 360° voll drehbar. Auf dem vorderen Teil der Kanzel ist ein 7,62mm Maschinengewehr „PKT“ montiert, welches auch bei geschlossener Kanzel gerichtet und abgefeuert werden kann. Links neben dem PKT ist ein OU-3K-Suchscheinwerfer (Infrarot- bzw. weißes Licht).
An der rechten Turmseite befindet sich die Einstiegsluke des K2. Diese dient auch zum Auf- und Abmunitionieren der SFL. Eine spezielle kreisrunde Luke innerhalb der K2-Luke dient zum Entsorgen der beschossenen Kartuschen beim Feuern mit geschlossenem Kampfraum.

Im Kampfraum der 2S3 sind insgesamt 33 Granaten komplett mit Zünder in 3 horizontalen Munitionsregalen untergebracht. In der 2S3M/2S3M1 befindet sich ein Munitionskarussell mit zusätzlich 12 Granaten in vertikaler Befestigung. Unterhalb der Granaten sind 16 Kartuschen in 2 Lagen zu je 8 Stück untergebracht. Weitere 8 Kartuschen befinden sich unmittelbar beim K2, die restlichen in verschiedenen Halterungen im Kampfraum. Die Munition wird über eine ovale Heckluke, nach unten öffnend, in den Kampfraum gegeben. In der 2S3M/2S3M1 erhält der Munitionskanonier (K4 und K5) Unterstützung durch ein Förderband beim Aufmunitionieren sowie eine Rutsche beim Abmunitionieren. Wann immer die Möglichkeit besteht, erfolgt die Munitionszuführung für die Feuerführung von außerhalb. Die Munition im Kampfraum verbleibt dort für den Fall der sofortigen Feuerführung, z.B. aus dem Marsch heraus. Die beiden Munitionskanoniere befinden sich auf einem Munitionstransportfahrzeug (Protze, LKW Ural) und nach Beziehen der Feuerstellung entladen sie den Kampfsatz des Geschützes. Der K4 verbindet sich mit der Bordsprechanlage des Geschützes um die Feuerkommandos mitzuhören (externer Anschluss in einer Heckluke mit ca. 20 m Kabel). Über die Ladeluke werden die zum Verschuss vorbereiteten Granaten incl. Zünder und die Kartuschen mit der geforderten Ladung dem Kampfraum zugeführt.

 

Die Haubitze ist eine Weiterentwicklung der 152mm Haubitze D-20.
Die Hauptwaffe ist die Haubitze „2A33“. Diese ist eine Weiterentwicklung der gezogenen Haubitze„D-20“, mit einer doppelten Mündungsbremse und einem Ejektor. Das Rohr verfügt über eine Rohrbremse und einen gasgefüllten Rohrvorholer. Für den Marsch wird das Rohr in einer Rohrstütze gezurrt. Am Turmende des Rohrs befindet sich die halbautomatische Zuführeinrichtung, das Feuerequipment sowie die Rohrausgleichseinrichtung. Der Höhenrichtbereich liegt zwischen -4° und + 63°, der Seitenrichtbereich beträgt 360°.

Die hauptsächlich verschossene Munition ist die Splitter-Spreng-Granate „OF-540“ und die Kartusche „RGM-2“, mit einer Gesamtmasse von 43,5 kg. Die Granate enthält 5,76 kg TNT. Die maximale Anfangsgeschwindigkeit beträgt 655 m/sec bei einer maximalen Schussweite von 18,5 km. Es werden auch Geschosse  speziellen Typs verschossen, z.B. Nebel- oder Brandgranaten,
Leuchtgranaten zur Gefechtsfeldbeleuchtung, Granaten mit chemischen oder biologischen Kampfstoffen, mit Streuminen zur Personen- oder Panzerbekämpfung, 0,2 kt taktische Nukleargranaten, lasergesteuerte Granaten sowie nachbeschleunigte Geschosse (24 km max. Schussweite).

Die SFL ist ausgestattet mit einem Infrarot-Nachtsichtgerät für GeF und Fahrer sowie einer Nachrichtenanlage (Panzerfunkgerät R 123).

Die dünne Panzerung bietet der Besatzung nur minimalen Schutz. Schwimmfähigkeit ist nicht gegeben.

Die 2S3 wurde erstmalig 1973 in die Ausrüstung der Sowjetarmee eingeführt und ist in der NATO bekannt als M1973 oder SP-73. Sie ist das Pendand zur 155mm-SFL M-109 der US-Streitkräfte.

Mitte der 1980er Jahre begann die 2S3M die D-20 in den Haubitz-abteilungen der Artillerieregimenter der Divisionsartillerie abzulösen. Seit ihrer Einführung ersetzt die 2S3M nach und nach auch die SFL „D-1“ (M-1943) im Artillerieregiment der Mot.-Schützendivisionen bzw. eine Abteilung der 122mm-Haubitzen „D-30“ in den Artillerieregimentern der Panzerdivisionen. Aufgrund ihrer hohen Mobilität gewährleistet die 2S3/2S3M/2S3M1 effektivste Feuerunterstützung der allgemeinen Truppen in jedem Gelände.

 

Hier gehts zum Nachfolgemodell der 2S3M:  http://de.ria.ru/infographiken/20101124/257715384.html